Mensch Horst

Dokumentarfilm | 45min | Produktionsjahr 2020

Dokumentarfilm Mensch Horst

Der Dokumentarfilm „Mensch Horst“ porträtiert den langzeitarbeitslosen und mittlerweile frühverrenteten Horst. Er ist 55 Jahre alt, starker Raucher und wohnt in einer Plattenbausiedlung am Rande der Stadt Brandenburg an der Havel.

Die Gegend ist grau und trist. An den identischen Wohnblöcken platzt der Putz von der Fassade. Ein Gebäude nach dem anderen wird abgerissen. Leben möchte hier kaum jemand – Horst hingegen findet es gar nicht so übel. Er hat sich auf seinen 34 Quadratmetern ein gemütliches Zuhause eingerichtet.
Horst ist ein sehr sanftmütiger und liebenswerter Mann, doch eine Partnerin hat er zu seinem Bedauern nicht. Auch seine wenigen Familienangehörigen wohnen außer Reichweite. Sein letzter treuer Gefährte, ein verfressener, aber liebenswerter Hund, musste vor ein paar Jahren eingeschläfert werden.

Um Gefühle der Einsamkeit zu unterdrücken, versucht sich Horst abzulenken. Er schreibt jeden Abend einen detaillierten Aufgabenplan für den kommenden Tag. Diesen arbeitet er gewissenhaft ab, womit er nicht nur sich, sondern auch seine Einraumwohnung in Schuss hält. Regelmäßig besucht er auch das Grab seiner Mutter, die er über 25 Jahre gepflegt hat.

Horst hat mehrere chronische Leiden und ist schwer herzkrank. Doch selbst diesem Schicksal kann er etwas Positives abgewinnen, denn so kommt regelmäßig die nette Pflegerin Sophie zur Kontrolle vorbei. Trotz vieler Schicksalsschläge hat Horst seinen Mut, seine Lebensfreude und vor allem seine Herzlichkeit nie verloren.